Aktinische Keratosen: Früh erkennen, Haut schützen
Sonnenschäden im Blick: Aktinische oder solare Keratosen erkennen und handeln
Unsere Haut speichert jedes Sonnenbad, das wir ihr im Laufe unseres Lebens gönnen. Gerade in den warmen Monaten genießen viele von uns die Sonne – sei es im Urlaub, bei der Gartenarbeit oder beim Spaziergang. Doch was häufig vergessen wird: Die Haut vergisst keine Sonnenstunde. Im Herbst, wenn die Bräune langsam schwindet und das Licht weniger intensiv wird, treten die Spuren des Sommers oft deutlicher zutage. Neben harmlosen Veränderungen wie erweiterten Äderchen oder Altersflecken können sich auch aktinische Keratosen (auch als solare Keratosen bezeichnet) bemerkbar machen – eine Veränderung, die ernst genommen werden sollte.
Was sind aktinische Keratosen?
Aktinische Keratosen sind durch Sonnenlicht verursachte Verhornungsstörungen der Haut, die vor allem bei Menschen über 50 Jahren auftreten. Sie zählen zu den häufigsten Diagnosen bei Hautkrebs-Screenings und Vorsorgeuntersuchungen. Die Ursache: die über Jahre oder Jahrzehnte wiederkehrende Belastung der Haut durch UV-Strahlung. Besonders gefährdet sind Areale, die regelmäßig ungeschützt der Sonne ausgesetzt sind – sogenannte „Sonnenterrassen“. Dazu zählen:
- Schläfen und Stirn
- Wangen
- Ohrmuscheln
- unbehaarte Kopfhaut (besonders bei Männern mit lichterem Haar)
- Handrücken
- Unterarme
Hier können sich die Zellen der oberen Hautschicht dauerhaft verändern. Diese Veränderungen äußern sich als rötliche, leicht erhabene Stellen, die zwischen wenigen Millimetern und etwa einem Zentimeter groß sind. Die Haut fühlt sich rau an, oft bilden sich kleine Schuppen oder Krusten, die sich immer wieder ablösen.
Frühwarnzeichen für Hautkrebs
Obwohl aktinische Keratosen zunächst harmlos erscheinen mögen, sind sie nicht zu unterschätzen. Sie gelten als Vorstufen eines Plattenepithelkarzinoms – einer Form von hellem Hautkrebs. Ohne Behandlung können die Veränderungen in ein invasives Tumorstadium übergehen und das umliegende Gewebe zerstören. Aus diesem Grund raten Hautärztinnen und Hautärzte dazu, bereits frühzeitig aktiv zu werden. Ein einfacher Haut-Check kann helfen, aktinische Keratosen zuverlässig zu erkennen und das Risiko einer bösartigen Entwicklung zu minimieren.
Wie wird behandelt?
Die moderne Dermatologie bietet verschiedene Möglichkeiten, um aktinische Keratosen zu entfernen oder ihre Rückbildung anzuregen. Die Wahl der Methode hängt von Größe, Anzahl und Lokalisation der Hautveränderungen ab. Zu den etablierten Verfahren zählen:
- Kryotherapie (Vereisung): Die betroffenen Stellen werden mit flüssigem Stickstoff vereist. Die Kälte zerstört die veränderten Zellen.
- Operative Entfernung: Kleinere Areale können chirurgisch abgetragen werden.
- Laserbehandlung: Präzise und effektiv, insbesondere bei flachen Herden.
- Topische Therapien: Salben oder Cremes mit speziellen Wirkstoffen können die betroffenen Zellen gezielt angreifen.
Besonders schonend und effektiv ist die Photodynamische Therapie (PDT). Dabei wird ein lichtempfindlicher Wirkstoff auf die Haut aufgetragen, der sich in den veränderten Zellen anreichert. Durch Belichtung mit einer speziellen Lampe werden die kranken Zellen zerstört – und das ohne Narbenbildung. Die PDT eignet sich besonders für großflächige oder kosmetisch empfindliche Bereiche wie Gesicht und Kopfhaut.
Warum Vorsorge so wichtig ist
Die gute Nachricht: Aktinische Keratosen lassen sich gut behandeln, wenn sie früh erkannt werden. Regelmäßige Hautuntersuchungen – vor allem ab dem 50. Lebensjahr – sind daher ein wichtiger Baustein in der Hautkrebsvorsorge. Auch der persönliche Sonnenschutz spielt eine entscheidende Rolle: breitkrempige Hüte, Kleidung mit UV-Schutz und Sonnencremes mit hohem Lichtschutzfaktor sind einfache, aber wirkungsvolle Maßnahmen, um neue Schäden zu verhindern.
Ein wachsames Auge auf die Haut lohnt sich
Vielleicht ist es an der Zeit, die eigene Haut im Spiegel einmal genauer zu betrachten. Finden Sie raue Stellen, die nicht abheilen? Fällt Ihnen eine ungewöhnliche Rötung oder Verdickung auf? Dann warten Sie nicht ab. Ein frühzeitiger Besuch bei Ihrer Hautärztin oder Ihrem Hautarzt kann verhindern, dass aus kleinen Veränderungen ein ernstes Problem wird.
©2026 Praxeninformationsseiten | Impressum