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Dr. Dagmar Rohde

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Rosazea

Das Erscheinungsbild der Rosazea ist dem der Akne vulgaris sehr ähnlich. Die Entzündung der Gesichtshaut verläuft schubweise und ist durch entzündliche Pusteln und Papeln gekennzeichnet. Außerdem finden sich fleckenförmige, schuppende Rötungen und oberflächlich erweiterte Äderchen (Teleangiektasien). Treten keine Komplikationen auf, ist Rosazea in der Regel ungefährlich. Durch die Entstellungen im Gesicht treten jedoch häufig psychosoziale Folgeerscheinungen auf.

Rosazea ist eine der häufigsten Hauterkrankungen im Erwachsenenalter. In Deutschland sind etwa 5 Prozent der Bevölkerung an Rosazea erkrankt, in Schweden etwa 10 Prozent. Hellhäutige Menschen vom keltischen Typ (helle Haut, rote Haare, graue, blaue oder grüne Augen) sind häufiger betroffen als mediterane Hauttypen. Rosazea betrifft im Durchschnitt mehr Frauen, der Krankheitsverlauf ist aber weniger heftig als bei Männern. Diese sind besonders durch die Bildung der Knollennase (Rhinophym) gezeichnet. Der Höhepunkt der Erkrankung liegt im 4. beziehungsweise 5. Lebensjahrzehnt. Jugendliche erkranken nur sehr selten an Rosazea.

Komplikationen:

  • Treten starke Talgdrüsenwucherungen auf, kann sich eine sogenannte Knollennase bilden. Von einem derartigen Krankheitsverlauf sind vor allem Männer betroffen.  
  • Rosazea kann das Auge in Mitleidenschaft ziehen. Folgeerscheinungen können dann Brennen und Jucken, trockene Augen, Fremdkörpergefühl und erhöhte Lichtempfindlichkeit, Bindehaut- und Lidrandentzündungen oder auch Hornhautentzündungen sein. Im schlimmsten Fall kommt es zur Erblindung.

Der Verlauf der Roazea sollte wegen der möglichen Komplikationen regelmäßig von einem Facharzt kontrolliert werden.

Ursachen:

Als Ursache für die Rosazea wird ein multifaktorielles Geschehen vermutet. Folgende, wissenschaftlich noch nicht bestätigte Faktoren werden derzeit angenommen:

  • genetische Ursachen: 35-40 Prozent der Patienten weisen Erkrankungsfälle in der Familie auf.
  • Sonnenlicht: Der UV-Anteil des Sonnenlichts beeinflusst das Hautbindegewebe, Lymph- und Blutgefäße. Dies führt zu einer Erweiterung der Blutgefäße.
  • Befall der Magenschleimhaut mit Heliobacter pylori Bakterien (in Kombination mit anderen Faktoren)
  • Magen-Darm-Störungen wie Durchfall, Verstopfung oder Ernährungssymptome, übermäßige Salzsäureproduktion im Magen oder ein Reizmagen 
  • seelische Faktoren: Sie können den Krankheitsverlauf negativ beeinflussen. 

Stadien der Rosazea:

  • Vorstadium (Rosazea Diathese): es treten zunehmend häufiger flüchtige Hautrötungen mit flushartigem Charakter auf. Die Haut ist sehr sensibel und reizbar. Später werden aus den zunächst flüchtigen Rötungen dauerhafte Rötungen.
     
  • Stadium I (Rosazea erythematosa-teleangiectatica): leichteste Form der Rosazea mit unscheinbaren Hautrötungen, die wie Sonnenbrand oder gerötete Wangen wirken. Erste kleine Papelbildungen sind möglich. Die Haut ist extrem gereizt und es treten Jucken, Brennen und Stechen auf. Diese Phase der Erkrankung ist einer Couperose ähnlich. Deshalb sollte ein Facharzt aufgesucht werden, um frühzeitige Behandlungen einzuleiten und schwere Verlaufsformen zu vermeiden.
     
  • Stadium II (Rosazea papulopustulosa): Auf der nun ständig geröteten Gesichtshaut entwickeln sich eitrige Pusteln und Quaddeln. In der Regel bilden sie sich symmetrisch auf Stirn, Kinn und Wangen (sogenanntes Schmetterlingsgesicht). Später ist das ganze Gesicht betroffen. Pusteln und Quaddeln bestehen meist für mehrere Wochen. 
     
  • Stadium III (glandulär-hyperplastische Rosazea): Es bilden sich ausgedehnte entzündliche Infiltrate. Das Bindegewebe wuchert und es kommt zu einer übermäßigen Vermehrung und Vergrößerung  von Talgdrüsen (gutartig). Durch die zunehmende Gewebsvermehrung bilden sich unterschiedlich große Schwellungen, z. B. die Knollennase.  

Neben diesem typischen Krankheitsverlauf können weitere zahlreiche Sonderformen unterschieden werden.

Diagnose:

Bei der Diagnose der Rosazea ist besonders die Abgrenzung zur Akne vulgaris zu beachten. Außerdem gibt es je nach Stadium der Rosazea mehrere andere Erkrankungen mit ähnlichen Symptomen, die zunächst differentialdiagnostisch ausgeschlossen werden müssen. Wichtig ist vor allem eine augenärztliche Untersuchung, weil die Gefahr besteht, dass die Erkrankung auf die Augen übergreift (siehe auch unter Komplikationen).

Vorbeugung:

Das Ausschalten möglichst aller Flushs und Gesichtsrötungen ist die wichtigste Form der Vorbeugung. Gemieden werden sollten deshalb:

  • Sonnenbäder ohne entsprechenden Schutz
  • Alkohol
  • Nikotin
  • Tee und Koffein
  • scharfe Gewürze
  • heiße Getränke
  • Wechsel zwischen großer Hitze und extremer Kälte
  • emotionaler Stress

Vorbeugen kann man auch durch die richtige Hautpflege. Das Gesicht sollte mit lauwarmem Wasser und milden, seifenfreien Flüssigwaschmitteln gereinigt und mit einem weichen Handtuch getrocknet werden. Auf gar keinen Fall sollten die Pflegemittel Alkohol, ätherische Öle, Duftstoffe oder fettende Cremes enthalten. Im Freien sollten Sonnenschutzcremes mit hohem Sonnenschutzfaktor verwendet werden.

Therapie:

  • Gesichtsmassage: Regelmäßiges Massieren von Stirn, Nase und Wangen kann einen positiven Effekt auf die Rosazea haben.
  • Rasieren: Empfehlenswert sind elektrische Rasierer, da sie die Haut weniger reizen als Rasierklingen.
  • kosmetische Hilfen: Abdeckmittel für Gesichtsröte und Teleangiektasien helfen nur, optisch das Erscheinungsbild zu verbessern, die Symptome der Erkrankung bleiben unverändert.
  • lokale medikamentöse Behandlung: Hier werden in der Regel Präparate eingesetzt, die einen direkten Einfluss auf die Gefäßempfindlichkeit bei Rosazea haben.
  • systemische Antibiotikatherapie wenn die lokale Behandlung mit Cremes nicht ausreicht. 

Seelische Faktoren:

Während Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Magengeschwüre im Alltag nicht für jeden sichtbar sind, zeigen Rosazea-Betroffene ihre Erkrankung in der Öffentlichkeit. Dies kann gerade bei extremen Verläufen zu schweren seelischen Belastungen führen. Das Selbstwertgefühl geht verloren, man empfindet sich als hässlich und minderwertig. Häufig führt dies zu einem Rückzugs- und Vermeidungsverhalten. Man geht keinen öffentlichen Aktivitäten mehr nach, steht ständig vor dem Spiegel und die eigene Hauterkrankung ist das wichtigste Thema bei Sozialkontakten. Eine psychologische Behandlung und/oder der Kontakt zu Rosazea-Selbsthilfegruppen können helfen, das Selbstwertgefühl zu stärken.  


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